27.01.2018, 11 Uhr, Regionalbibliothek: Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2018: Erinnerung an Maria Hiszpanska-Neumann und den Neubrandenburger „Schmuggelfund aus dem KZ“ in der Neubrandenburger Regionalbibliothek

Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar 2018, erinnert in der Regionalbibliothek um 11 Uhr eine kurze Ausstellungs-Führung an Leben und Werk von Maria Hiszpanska-Neumann (1917-1980).

Die polnische Künstlerin war als junge Kunststudentin aktiv im Widerstand gegen die NS-Diktatur und Gefangene im Konzentrationslager Ravensbrück, auch im Außenlager Neubrandenburg. Die Ausstellung zeigt polnische und deutsche Bücher aus den öffentlichen Bibliotheken der Partnerstädte Koszalin und Neubrandenburg, die von Maria Hiszpanska-Neumann illustriert wurden.

Anschließend startet das neue Bibliotheksangebot „Hörbuch-Bibliothek“ mit dem Hörbuch „Damit die Welt es erfährt“. Es erzählt die Geschichte des Neubrandenburger „Schmuggelfundes aus dem KZ“. Diese „Flaschenpost“ aus dem Jahr 1943 wurde 1975 entdeckt und enthielt Gedichte, Briefe, Dokumente, eine Miniaturschnitzerei und eine Zeichnung von Maria Hiszpanska. Sie wurden von jungen Polinnen unter Todesgefahr aus dem KZ Ravensbrück zu Kriegsgefangenen im Lager Neubrandenburg-Fünfeichen „geschmuggelt“, „damit die Welt es erfährt“ was im KZ geschah.

Das Hörbuch gehört zur Projektmappe „Ein Schmuggelfund aus dem KZ“ von Dr. Constanze Jaiser und Jakob David Pampuch. Diese war die Grundlage war für ein polnisch-deutsches Jugendprojekt der öffentlichen Bibliotheken von Koszalin und Neubrandenburg. Als ein Projektergebnis entstand die Wanderausstellung „Eine Flaschenpost aus dem KZ“, die seit 2017 durch Polen und durch Mecklenburg-Vorpommern „wandert“. Bis Februar ist sie in der Uwe Johnson-Bibliothek Güstrow zu sehen und wird am 27.01.2018 um 19 Uhr von einer musikalischen Lesung aus den „Schmuggelfund-Dokumenten“ begleitet.

In der Neubrandenburger Bibliothek kann man beim Hörbuch-Hören blättern im aktuellen Bibliotheksangebot zum Thema dieses Erinnerungs-Tages, darunter mehreren Preisträgerarbeiten des Annalise-Wagner-Preises. Dazu gehört auch der berührende Roman „Kinderzimmer“ der französischen Autorin Valentine Goby, ausgezeichnet mit dem Annalise-Wagner-Preis 2017. Landesweit einmalig ist: Die Regionalbibliothek stellt diesen Roman als Klassensatz für Berufsschulen und Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung.

Und wer den Blick schweifen lässt, entdeckt Bibliotheks-Stellwände mit leuchtenden Graffitis zum Thema „Menschenrechte und Meinungsfreiheit“. Sie wurden von jungen Leuten am Internationalen Tag der Menschenrechte 2017 im Rahmen des Projektes „Zeitlupe :Stadt.Geschichte & Erinnerung“ der RAA MV gestaltet und schlagen über „Erinnerung, Kunst und Menschenwürde“ eine außergewöhnliche Brücke zu Maria Hiszpanska-Neumann.

Mehr Informationen:
Telefon 0395 / 5551324, auskunft.bibl@neubrandenburg.de