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Der Deutsche Jugendliteraturpreis 2018 – Teil 3

In diesem Teil stellen wie Ihnen einen Titel aus der Kategorie Jugendjury vor, im zweiten Teil aus der Kategorie Sachbuch und im ersten Teil aus der Kategorie Jugendbuch.

In der Kategorie Preis der Jugendjury wurden folgende Bücher nominiert:

– „Der Junge auf dem Berg“ von John Boyne

– „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ von Lauren Wolk

– „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

– „Bis die Sterne zittern“ von Johannes Herwig

– „Illuminae. Die Alluminae-Akten_01“ von Amie Kaufman

– „The Hate U Give“ von Angie Thomas

 

The Hate U Give“ von Angie Thomas

Starrs Alltag im Schwarzenghetto ist geprägt von Gangkonflikten und der Konfrontation von Schwarzen und Weißen. Sie erlebt dies täglich direkt, da ihre Eltern sie auf eine Privatschule schicken, die vorwiegend von Weißen besucht wird. Starr ist zerrissen zwischen der „hood“ und der Schule. Die Krise eskaliert, als ihr Freund Khalil von einem weißen Polizisten erschossen wird und sie die einzige Zeugin des Vorfalls ist. In ihrer Nachbarschaft reagieren die Menschen aggressiv, Unruhen brechen aus. In der Schule kann sich Starr nicht zu dem Vorfall äußern, sie wird mit dem Rassismus der Mitschüler konfrontiert. Sie muss sich entscheiden und den Mut aufbringen, sich zu bekennen.

The Hate U Give von Angie Thomas

Das Buch „The Hate U Give“ wurde nicht nur in der Kategorie Jugendjury nominiert, sondern auch in der Kategorie Jugendbuch und das aus gutem Grund. Es ist ein wundervolles, aber ‘‘leider‘‘ auch sehr realistisches Buch.Dass ein schwarzer Jugendlicher von einem weißen Polizisten erschossen wird, kommt in den USA viel zu oft vor. Und meist kommt der Polizist ungeschoren davon. Dass es diese Ungerechtigkeiten gibt, darf man nie vergessen. Aus diesem Grund sind Bücher wie „The Hate U Give“ so wichtig.Außerdem geht es nicht nur um Rassismus sondern auch um Freundschaft, Familie, Loyalität, die Macht einer Gemeinschaft. Und wie wichtig eine Stimme ist.

 

Der Deutsche Jugendliteraturpreis 2018 – Teil 2

In diesem Teil stellen wie Ihnen einen Titel aus der Kategorie Sachbuch vor, im ersten Teil aus der Kategorie Jugendbuch und im letztem Teil aus der Kategorie Jugendjury.

In der Kategorie Sachbuch wurden folgende Titel nominiert:

– „Das Liebesleben der Tiere“ von Katharina von der Gathen

– „Ich so du so“ von der Labor Ateliergemeinschaft

– „In einem alten Haus in Moskau“ von Alexandra Litwina

– „Verborgene Schätze, versunkene Welten“ von Silke Vry

– „Der Dominoeffekt“ vom Gianumberto Accinelli

– „Mohnblumen aus dem Irak“ von Brigitte Findakly

 

Ich so du so“ von der Labor Ateliergemeinschaft

Wahnsinn, wie verschieden wir sind! Einer ist verträumt, die andere groß. Manche haben eine andere Hautfarbe als die meisten um sie herum, und manche finden Dinge schwer, die anderen leichtfallen. Alles ganz normal. Aber was ist schon normal? Wer bestimmt das? Ist es gut oder schlecht, normal zu sein? Was Menschen als normal beurteilen, hängt unter anderem von ihrem Alter, ihrer Herkunft und der Zeit, in der sie leben, ab.

Daher findet man in dem Buch eine bunte Mischung aus Interviews mit Kindern aus der ganzen Welt und Gespräche mit Erwachsenen über Erlebnisse aus ihrer Kindheit, in denen sie sich nicht normal gefühlt haben. Auch viele Bilder, Comics, Fotos und lustige aber auch nachdenkliche Texte sind zu finden, welche anregen, Menschen neu und anders zu betrachten. Sie alle zeigen, dass wir viel mehr gemeinsam haben als uns unterscheidet. Und sie machen Mut, so zu sein, wie man ist, und andere sein zu lassen, wie sie sind – normal eben und ganz besonders. Ich so, du so – gut so!

Der Deutsche Jugendliteraturpreis 2018 – Teil 1

Am 12. Oktober 2018 werden die Sieger, des Deutschen Jugendliteraturpreises, auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben. Dieser Preis wird bereits seit 1956 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und jährlich verliehen. Es war von Anfang an ein internationaler Preis, da auch Bücher von fremdsprachigen Autoren eingereicht werden können – sofern sie ins Deutsche übersetzt wurden. Es werden je 6 Bücher aus den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch nominiert. Parallel dazu verleiht die Jugendjury ihren eigenen Preis. Außerdem werden dieses Jahr für deutsche Übersetzer zwei Sonderpreise verliehe, der Sonderpreis ‘‘Gesamtwerk‘‘ und der Sonderpreis ‘‘Neue Talente‘‘.

In diesem ersten Teil stellen wie Ihnen einen Titel aus der Kategorie Jugendbuch vor, im zweiten Teil aus der Kategorie Sachbuch und im letztem Teil aus der Kategorie Jugendjury.

In der Kategorie Jugendbuch wurden folgende Titel nominiert:

„Tanz der Tiefseequalle“ von Stefanie Höfler

– „Pferd, Pferd, Tiger, Tiger“ von Mette Eike Neerlin

– „Boy in a White Room“ von Karl Olsberg

– „The Hate U Give“ von Angie Thomas

– „Mehr Schwarz als Lila“ von Lena Gorelik

– „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ von Manja Präkels

 

Tanz der Tiefseequalle“ von Stefanie Höfler 

In „Tanz der Tiefseequalle“ lässt Stefanie Höfler den Leser tief in die Seele der beiden jugendlichen Hauptfiguren blicken. Das ist zum einen der gewitzte, aber fettleibige Niko, der von seinen Mitschülern aufgrund seines Aussehens gemobbt wird. Und zum anderen die beliebte Sera, die Schulschönheit mit ägyptischer Herkunft. Das Verhalten ihrer Freunde Niko gegenüber findet sie zwar nicht in Ordnung, aber um nicht selber ausgegrenzt zu werden, hält sie den Mund und tut so nichts gegen das Mobbing. Trotz aller Unterschiede herrschen zwischen Niko und Sera Neugierde und Anziehungskraft, welche noch verstärkt werden, als Sera von dem Mädchenschwarm Marko auf der gemeinsamen Klassenfahrt betatscht wird. Ausgerechnet Niko rettet sie vor der Belästigung.

Ausstellung: „Die 25 Schönsten : Die schönsten deutschen Bücher 2017, ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst“

14. April 2018
Veranstaltung: Buchkunst zum Blättern: Preisträgerbücher 2017 der Stiftung Buchkunst, vorgestellt von Buchgestalterin Katrin Herrmann

14. April – 04. Mai 2018
Ausstellung: „Die 25 Schönsten : Die schönsten deutschen Bücher 2017, ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst“

In der Regionalbibliothek Neubrandenburg ist vom 14. April bis zum 4. Mai 2018 zu den Öffnungszeiten eine kleine Ausstellung mit großer Buchkunst zu sehen: die 25 schönsten deutschen Bücher des Jahres 2017, ausgewählt und prämiert von der Stiftung Buchkunst. Zusätzlich gibt es ein Buch zu sehen, das im Wettbewerb „Schönste Bücher aus aller Welt 2018“ mit der höchsten Auszeichnung geehrt wurde, der „Goldenen Letter“. Das „weltschönste Buch 2018“, die Publikation »HEIMAT, HANDWERK UND DIE UTOPIE DES ALLTÄGLICHEN“, kommt aus der Schweiz und gehört zum Ausleih-Angebot der Regionalbibliothek.

Foto: Die schönsten deutschen Bücher 2017, ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst, Copyright „Uwe Dettmar, Frankfurt am Main“

Zum Auftakt gibt es am Samstag, dem 14. April 2018 sogar die Chance, selbst in den „Schönsten“ zu blättern! Um 10.30 Uhr wird die Neubrandenburger Buchgestalterin, Fotografin und Autorin Katrin Herrmann ihre ganz persönlichen „Lieblings-Bücher“ unter den 25 Preisträgern vorstellen. Sie möchte Besucher der Regionalbibliothek einfach einmal neugierig machen auf zeitgemäße Buchkunst  und den Blick schärfen für buchkünstlerische wie verarbeitungstechnische Kriterien eines „schönen Buches“.  Die Regionalbibliothek lädt herzlich ein zur Veranstaltung „Buchkunst zum Blättern“, der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind gern möglich unter 0395  555-1324 oder auskunft.bibl@neubrandenburg.de.

Die Ausstellung der „25 Schönsten“ ist in der Regionalbibliothek eine besondere Bücherfrühlings-Tradition. Sie zeigt „vorbildliche Gebrauchsbücher“, die zeigen, wie Inhalt stimmig, funktional und zeitgemäß „transportiert“ werden kann über innovative Gestaltung und hervorragende Verarbeitung. Je 5 Preisträger-Titel gehören zu den Kategorien »Allgemeine Literatur«, »Fachbücher, Wissenschaftliche Bücher, Sachbücher, Schulbücher«, »Ratgeber«, »Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge« und »Kinderbücher, Jugendbücher“.

Katharina Hesse, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, machte in ihrem Resümee des Wettbewerbs-Jahres 2017 neugierig: „Ob opulenter Bildband, Roman, schmaler Reiseführer oder Bilderbuch – herausragende Buchgestaltung ist in allen Sparten und Genres zu finden. Ein Trend begleitet uns auch 2017: Der Farbschnitt schmückte zahlreiche Bücher. Und er wird immer bunter und ausgefallener. Auffällig oft wurden außerdem die Farben Rot und Schwarz in der Gestaltung verwendet. Dies spiegelt sich auch bei unseren Ausgezeichneten wider.[1]«

Mehr Informationen: http://www.stiftung-buchkunst.de/, http://www.bibliothek-nb.de/

[1] http://www.stiftung-buchkunst.de/de/die-schoensten-deutschen-buecher/2017/die-schoensten-deutschen-buecher-2017.html

„Hochschul-Wanderbank“ vernetzt und zieht rote Fäden durch die Stadt

Die „Hochschul-Wanderbank“ wandert seit dem Sommer 2017 durch die Hochschul-Stadt Neubrandenburg und knüpft dabei viele rote Fäden zwischen Stadt und Hochschule. Das Netz der Kooperationen ist vielfältig, dicht gewebt und tragfähig – und wird durch die „roten Wanderbank-Fäden“ im Stadtbild auf überraschende Weise sichtbar.

Angelika Zillmer, Regionalbibliothek, Anita Olsowski, Hochschulbibliothek, Heike Birkenkampf, Regionalbibliothek (v. l. n. r.)

Zwischen Dezember 2017 und März 2018 machte die auffällige Bank in der Regionalbibliothek Station. Sie war ein beliebtes „Selfie-Motiv“, verwandelte sich in eine außergewöhnliche „Schmöker-Ecke“ und lud dazu ein, neue „Ein- und Ausblicke“ zur Kooperation zwischen Neubrandenburger Hochschulbibliothek und Regionalbibliothek zu gewinnen.

Für BibliotheksbesucherInnen „auf den ersten Blick“ erkennbar, gehören Publikationen der Hochschule im Bestand der Regionalbibliothek genauso wie die Werbung für die Partnerbibliothek mit aktuellem Informationsmaterial dazu. Viele NeubrandenburgerInnen, Studierende und HochschullehrerInnen nutzen beide Bibliotheken mit ihren jeweils spezifischen Angeboten mit großem Gewinn.

Auch der „zweite Blick“ ist interessant: Er öffnet die Augen für langjährige, erfolgreiche Kooperationen bei der Entwicklung von zeitgemäßen Bibliothekskonzepten, beim Bestandsaufbau, bei der Betreuung von Auszubildenden und Studierenden, bei der Weiterbildung des Fachpersonals und beim Engagement im Deutschen Bibliotheksverband Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gehörte im September 2017 die gemeinsame Organisation der 10. polnisch-deutschen Bibliothekskonferenz der Vereinigung Westpommerscher Bibliotheken und des Deutschen Bibliotheksverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Oberbürgermeister Silvio Witt freute sich besonders, die Konferenz-TeilnehmerInnen in Neubrandenburg erstmalig in seiner Funktion als Landesvorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbandes Mecklenburg-Vorpommern begrüßen zu dürfen. Die Regionalbibliothek und die Hochschulbibliothek nutzten diese Konferenz als Plattform für einen Erfahrungsaustausch mit ihren polnischen KollegInnen. Auf der Bibliothekskonferenz entstand u. a. eine neue Ausstellungsidee, die durch die Bibliotheken Koszalin und Neubrandenburg gemeinsam umgesetzt und mit einer Jugend-Kunst-Aktion begleitet wurde. Die Ausstellung zeigt Bücher, die von der polnischen Künstlerin Maria Hiszpanska-Neumann (1917-1980) illustriert wurden. Sie wurde bisher in der Regionalbibliothek präsentiert und wandert demnächst in die Hochschule. Aufgrund ihrer Lebensgeschichte, die auch Bezüge zur Geschichte Neubrandenburgs aufweist, ist Hiszpanska-Neumanns künstlerische Auseinandersetzung mit dem Wert der Menschenwürde geeignet, auch in heutiger Zeit Denkanstöße zu diesem Thema zu geben.

Beide Bibliotheken in der Stadt freuen sich über die gelebte Zusammenarbeit und planen weitere Kooperationen, die das Netz der „roten Fäden“ immer dichter werden lässt.

Die „Hochschul-Wanderbank“ wird in naher Zukunft vor der Kunstsammlung zum Verweilen einladen und von neuen gemeinsamen Projekten mit der Hochschule zeugen.

Christina Küster und Gitte Zeipelt