„Das Jahr 1990 freilegen“: prämiert mit dem Preis der Stiftung Buchkunst „Die 25 schönsten deutschen Bücher 2020“

Der diesjährige Preisträger der Stiftung Buchkunst für „die 25 schönsten deutschen Bücher 2020“ erzählt mit Bildgewalt eine der wohl größten Umbruchgeschichten Deutschlands.

„Das Jahr 1990 freilegen“ versucht mit essayistischer Erzählung, die die aussagekräftigen Bilder ergänzen, dem Titel Folge zu leisten: das Jahr 1990 freizulegen. Während die Erinnerungen an das Jahr 1989 noch voller Leben zu sein scheinen, liegt das Folgejahr in der Erinnerung im Verborgenen. Das Buch begleitet den Leser/Betrachter in das „Bergwerk der Erinnerungen“ und reflektiert dieses historische Jahr. Dieses wahrlich „schöne Buch“ ist auch in der Regionalbibliothek erhältlich.

Quelle: Stiftung Buchkunst

Plakat- Ausstellung „Umbruch Ost : Lebenswelten im Wandel“ … eine „Rund-und-um-die Uhr-Ausstellung“ in den Fenstern der Regionalbibliothek

NEU im Angebot: sharemagazines – Der digitale Lesezirkel innerhalb der Bibliothek

Zusätzlich zu unserem Medienangebot vor Ort und in der Onleihe können Sie während Ihres Aufenthaltes in der Bibliothek mit einer App auf die aktuellen Ausgaben einer Vielzahl von nationalen, internationalen und regionalen Zeitungen und Magazinen zugreifen.

 

 

 

 

 

Vorteile
✔ kostenlos
✔ keine Anmeldung nötig
✔ Zugriff auf über 500 Titel, auch ausländische Ausgaben
✔ stets die aktuellen Ausgaben lesen, nie vergriffen
✔ Angebot wird ständig erweitert
✔ App ist deutschlandweit an mehr als 1000 Standorten nutzbar

So funktioniert’s
  1. Die Regionalbibliothek Neubrandenburg besuchen und ein eigenes Endgerät, z. B. Smartphone oder Tablet (Android oder iOS) mitbringen
  2. WLAN-Zugang an der Information holen und ins WLAN „NB-Bibliothek-Gast“ einloggen
  3. Kostenlose App „sharemagazines“ einmalig im Google Play bzw. Apple App Store herunterladen
  4. Durchs riesige Angebot stöbern und in der Bibliothek lesen

Die Sharemagazines-App gibt es kostenlos im Google Play bzw. Apple App Store

Mehrsprachiger Buchbestand in der Regionalbibliothek

Seit vielen Jahren hält die Regionalbibliothek Neubrandenburg ein umfangreiches fremdsprachiges Angebot für ihre Leser bereit: Bücher, Hörbücher, Filme und Zeitschriften in Englisch, Russisch, Französisch und Spanisch für Muttersprachler oder Menschen mit bereits sehr guten Kenntnissen in der jeweiligen Sprache.

Dieses Angebot wurde aufgrund der sich ändernden Bevölkerungsstruktur und den daraus resultierenden Bibliotheksanfragen erweitert.
Seit etwa zwei Jahren gehören auch arabischsprachige Kinderbücher und Romane zum Bestand der Regionalbibliothek. Dieses Angebot befindet sich noch im Aufbau, verfügt aber dennoch schon über Literatur zu verschiedenen Themenbereichen und Interessengebieten.

In Romanen werden politische und religiöse Konflikte genauso berührt wie zwischenmenschliche Beziehungen, historische Begebenheiten oder familiäre Probleme.
Bekannte arabische Autoren sind gleichermaßen vertreten wie Übersetzungen europäischer oder amerikanischer Schriftsteller.

Wer das Lesen arabischer Romane mit dem Erlernen und Perfektionieren seiner Sprachkenntnisse verknüpfen möchte, hat bei einigen Büchern sogar die Möglichkeit, zweisprachig – also in Deutsch und Arabisch – parallel zu lesen.
Aber auch für die kleinsten Leser gibt es schon Bücher in der Regionalbibliothek. Schön illustrierte arabischsprachige Kinderliteratur – auch teilweise zweisprachig – manche mit einer dazugehörigen Audio-CD ausgestattet. Dieses Angebot hilft, fern von der Heimat die Muttersprache nicht zu verlieren und auch die deutsche Sprache spielerisch zu erlernen.

Ansprechpartnerin in der Regionalbibliothek zur fremdsprachigen Literatur ist Frau Undine Grambow (undine.grambow@neubrandenburg.de).

Annalise-Wagner-Preis 2020

© Edition Lesezeichen STEFFEN MEDIA

Der 29. Annalise-Wagner-Preis geht an die kunstgeschichtliche Dissertation „Eine gebrochene Sammlung. Die Städtische Kunstsammlung Neubrandenburg (1890-1945)“ von Dr. Elke Pretzel

„Kultur trotzt Corona“: Die Annalise-Wagner-Stiftung vergibt auch in diesem Jahr den mit 2500 Euro dotierten Annalise-Wagner-Preis an einen hervorragenden Text mit Bezug zur Region Mecklenburg-Strelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Unterstützt wird die Preisvergabe von der Neubrandenburger Stadtwerke GmbH und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Aus 69 Bewerbungen und Vorschlägen hat die Jury im Jahr 2020 zum 3. Mal in der Stiftungsgeschichte eine Hochschulschrift ausgewählt. Ausgezeichnet wird die

Porträt Dr. Elke Pretzel © privat

kunstwissenschaftliche Dissertation von Dr. Elke Pretzel aus Jürgenstorf im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Sie setzt sich auseinander mit dem Thema: „Eine gebrochene Sammlung. Die Städtische Kunstsammlung in Neubrandenburg (1890-1945); Rekonstruktion der während des Zweiten Weltkrieges verlustig gegangenen Sammlung als Beispiel für Kulturgutverluste kleinerer Museen in Mecklenburg“. Die Publikation wurde im Juni 2020 veröffentlicht in der „Edition Lesezeichen“ bei Steffen Media (ISBN 978-3-941681-61-3).

In der Begründung der Jury zur Preisvergabe heißt es: „Auf der Grundlage langjähriger und akribischer empirischer Forschungen, durchgehend faktenbasiert und methodisch breit aufgestellt“ macht diese Publikation eine „verlorene Kunstsammlung wieder sichtbar“: Sie gibt der vor 130 Jahren gestifteten, vor 75 Jahren am Kriegsende verschollenen, bis vor 30 Jahren fast vergessenen historischen Städtischen Kunstsammlung Neubrandenburg“ (1890-1945) „wieder ein Gesicht“. [1]

Trotz schwieriger Quellenlage zeichnet die Autorin mit detailreicher Präzision und mit weitem kulturgeschichtlichem Blickwinkel ein farbiges, nuancenreiches, komplexes Bild von 55 Jahren „gebrochener Geschichte“ dieses Neubrandenburger Kunstmuseums, in dem sich die Brüche der Zeitgeschichte widerspiegeln. Dabei spielt auch die zwischen 1945 und 1990 „gebrochene Erinnerung“ an den kriegsbedingten materiellen und ideellen Kulturgutverlust eine wichtige Rolle und es geht um Probleme wie Chancen von Erforschung, Rekonstruktion und neuer Verankerung dieser „Kunst-Geschichte(n)“ im „Gedächtnis“ von Stadt und Region.

Die Dissertationsschrift von Dr. Elke Pretzel gehört zu den ersten, die „gebrochene Geschichten“ und kriegsbedingte Kulturgutverluste speziell von kleineren Museen und Kunstsammlungen in Mecklenburg und in Ostdeutschland wissenschaftlich beleuchten. Auch über den kunstwissenschaftlichen Rahmen hinaus kann dieser wissenschaftliche Text viele Interessierte erreichen, weil es der Autorin gelingt, das akribisch mit Fakten untermauerte Bild der Städtischen Kunstsammlung Neubrandenburg so farbig auszumalen, logisch aufzubauen und gut verständlich zu beschreiben, dass der Leser leicht und fasziniert Zugang findet.

Dr. Elke Pretzel ist seit 1988 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunstsammlung Neubrandenburg, die 1981 neu begründet wurde. Nach 1990 nahm diese Institution die Suche nach Informationen zu Geschichte und Kulturgutverlusten ihrer historischen Vorgänger-Einrichtung auf und erinnert heute in ihrer Dauerausstellung daran. Elke Pretzels Forschungen fußen im dienstlichen Auftrag, doch die akribische, schwierige Spurensuche führten sie weit darüber hinaus. Ihr Engagement für die „verlorene Sammlung“ wurde zur Herzenssache und ein Stück weit zur Lebensaufgabe.

Die öffentliche Verleihung des 29. Annalise-Wagner-Preises ist geplant (vorbehaltlich aktueller Regelungen zur Corona-Pandemie) am europäischem „Tag der Stiftungen“, dem 1. Oktober 2020, im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Annalise Wagners Heimatstadt Neustrelitz. Die Annalise-Wagner-Stiftung lädt herzlich ein!

Mehr Informationen:
www.annalise-wagner-stiftung.dehttps://www.annalise-wagner-stiftung.de/index.php/234-beitrag/1198-29-annalise-wagner-preis

[1] Begründung der Jury zur Vergabe des 29. Annalise-Wagner-Preises

Bilder

  • Blick in die Ausstellungsräume der Städtischen Kunstsammlung, Palaisstraße 2, um 1913.
    Abb. enth. in: Neubrandenburg und Umgebung, um 1913, S. 32., Foto: Franz Neitzel, Neubrandenburg um 1913
  • Couvert der Testamentsurkunde von Henry Stoll, 25.4.1890. Amtsgericht Neubrandenburg, So, 1888, 294, C.
  • Fragment eines weiblichen Kopfes,1890–1910. Foto: Bernd Kuhnert, Berlin 2012