Das doppelte Lischen

Kennt ihr eigentlich Neubrandenburg? Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg? Neubrandenburg am Tollensesee? (paraphrasiert nach Erich Kästner „Das doppelte Lottchen“)

Wir kannten die Stadt vorher nicht und doch ist sie jetzt unser Lebensmittelpunkt.

Wie es dazu kam?

Lisa Kulmus

Über ganz viele Umwege. Während die eine Lisa in Berlin studierte, absolvierte die andere Lisa eine Ausbildung in Wilhelmshaven. Doch beide starteten ihre Reise in und um Hamburg. Die Eine mitten in der Millionenmetropole und die Andere in einer beschaulichen Kleinstadt, etwa eine halbe Stunde entfernt. Beide zog es jedoch in die Ferne. Während Eine einen Sprach- und Journalismus-Kurs in New York absolvierte, verbrachte die Andere zwei Jahre in Kanada bei den Elchen. Nein, nur Spaß, sie lebte natürlich in der Zivilisation, in Ottawa. Nach den Auslandsexkursionen stand für beide fest: das heimische Nest war zu klein geworden. Sie wollten hinausziehen und mehr sehen. Die Eine lernte die unterschiedlichen Gesichter Berlins kennen und merkte, dass Menschenmassen ohne Gesichter für sie abschreckend waren. Die Anonymität einer Großstadt schlug ihr auf den Magen. Die Andere wollte mit der Bundesmarine die Welt entdecken, kam aber nie aus dem Heimathafen und die Ostsee hinaus. Sie merkte, dass dies nichts für sie war und so entschied sie sich, auszutreten und ihr Glück woanders zu suchen. Sie folgte ihrer Leidenschaft und machte eine Ausbildung zur Buchhändlerin in der kleinen Marinestadt Wilhelmshaven. Währenddessen verlagerte die Andere ihr Studium nach Potsdam und anstatt Journalismus wurde es jetzt Philosophie und Soziologie. Sie wollte die Menschen jetzt beobachten und nicht befragen.

Trotzdem wie kommt man denn jetzt nach Neubrandenburg?

Lisa Maria Witte

Tja, was sollen wir jetzt sagen?

Wieder griff der Zufall ein und lieferte eine überraschende Wende. Diejenige, die der Hauptstadt Deutschlands überdrüssig geworden war, entschloss sich nach einem Kurzurlaub in Neubrandenburg in dieser schönen Stadt am Tollensesee niederzulassen und eine Ausbildung bei der Regionalbibliothek Neubrandenburg im folgenden Jahr zu beginnen.

Für die Andere entschied die Nähe zur Familie. Sie ließ sich ländlicher, in der Nähe von Neubrandenburg, nieder. Außerhalb des Trubels und doch nah genug um am Geschehen teilnehmen zu können. Auch sie bewarb sich auf eine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Bibliothek.

Hier trafen die beiden Lisas aufeinander und begannen ihre Geschichte auf Papier niederzuschreiben.