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Mein Schülerpraktikum in der Bibliothek

Während meines Praktikums in der Bibliothek habe ich viel darüber gelernt, wieviel Arbeit und Wissen notwendig ist, damit eine Bibliothek „funktioniert“: Ich habe z. B. Medien sortiert und DVDs geputzt, in den Regalen für Ordnung gesorgt, ich konnte Besuchern helfen, sich in der Bibliothek zurecht zu finden und mit den nagelneuen „Selbstverbuchern“ umzugehen, ich durfte an Bibliotheksführungen für Kinder teilnehmen und habe von Bibliothekarinnen erfahren, wie die Medien eigentlich „ins Bibliotheksregal kommen“.

Interessant war für mich, dass die Regionalbibliothek sogar ein Jugendprojekt auf die Beine stellt, zusammen mit der Bibliothek unserer Partnerstadt Koszalin .

Darauf war ich neugierig! Es heißt „Eine Flaschenpost aus dem KZ Ravensbrück, eine Geschichte von Mut gegen Diskriminierung und Verfolgung – und wir“. Schüler aus Neubrandenburg und Koszalin beschäftigen sich mit Briefen und Gedichten und Dokumenten und Kunstwerken, die aus dem KZ Ravensbrück geschmuggelt wurden und in Neubrandenburg gefunden wurden. Es geht darum, was sie uns heute zu sagen haben.

Weil ich das spannend fand, bekam ich die Aufgabe, mich mit einer Medienrecherche zum Thema „Diskriminierung: Augen auf! Damals und heute“ zu beschäftigen. Das machen übrigens viele junge Leute in ganz Europa, z. B. im Projekt EUOPEANS FOR PEACE http://www.stiftung-evz.de/handlungsfelder/handeln-fuer-menschenrechte/europeans-for-peace.html

Eine spannende Anregung dazu fand ich in der Projektmappe „Ein Schmuggelfund aus dem KZ: Erinnerung, Kunst und Menschenwürde“  Es gibt in der Mappe ein Spiel: ein Memory mit Bildern undJaiser_Pampuch_Schmuggelfund_ Projektmappe Texten zum Thema Diskriminierung und Menschenwürde. Es hat mich überrascht, dass Menschenwürde so viel zu tun hat mit Kunst, Musik, Poesie, Literatur… Und es gab in der Mappe schon so viele Medien-Tipps, dass es für mich schwer war, noch neues zu finden. Hier sind drei davon:

Die „Medien-Tipps“ aus meiner Recherche bekommen übrigens die Schüler für ihre Projektarbeit – und ich bin gespannt, wie sich das Projekt weiter entwickelt (und würde mich echt freuen über eine kleine Info!) 

Viel Spaß beim Lesen und neues Entdecken, eure Emma

 

 

 

„Eine Flaschenpost aus dem KZ, eine Geschichte von Mut gegen Diskriminierung und Verfolgung – und wir“ : EUROPEANS FOR PEACE-Projekt junger Leute aus Koszalin und Neubrandenburg

„Diskriminierung: Augen auf!“ heißt es vom 4. bis 10. Oktober 2015 in Neubrandenburg, wenn 26 junge Leute aus den Partnerstädten Koszalin und Neubrandenburg hier in ein spannendes polnisch-deutsches Jugendprojekt starten, das gefördert wird sowohl durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk www.dpjw.de als auch im Programm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ). In EUROPEANS FOR PEACE Projekten beschäftigen sich Jugendliche aus Deutschland und Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Israel mit den Themen Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus oder mit aktuellen Fragen von Diskriminierung, geht es um geschichtsbewusstes Engagement junger Leute für Menschenrechte und Völkerverständigung. http://www.europeans-for-peace.de/index.html

In Neubrandenburg und Koszalin geht es um das Thema: „Eine Flaschenpost aus dem KZ, eine Geschichte von Mut gegen Diskriminierung und Verfolgung – und wir“.

Die „Flaschenpost“ ist ein Kassiber, den junge Polinnen 1943 aus dem KZ Ravensbrück zu einer Widerstandsgruppe polnischer Kriegsgefangener im Kriegsgefangenenlager Stalag II A Neubrandenburg-Fünfeichen schmuggelten – „… damit die Welt es erfährt“ (Zofia Pocilowska, damals 23 Jahre) was im KZ geschah. Die Kriegsgefangenen leiteten mehrmals Informationen nach Polen, an die polnische Exilregierung oder die BBC weiter, konnten diesen Kassiber jedoch nur durch Vergraben im Wald vor der Entdeckung retten. Der (Glas-)Kassiber wurde vor 40 Jahren in Neubrandenburg gefunden und wird im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau in Oświęcim bewahrt. So außergewöhnlich wie die Geschichte der „Flaschenpost“ ist ihr Inhalt: Es sind bewegende Dokumente (Namenslisten zu Erschießungen und zu pseudo-medizinischen Experimenten im KZ Ravensbrück), vor allem aber berührende poetische und künstlerische Zeugnisse: 14 Briefe, 2 kleine Kunstwerke und 37 Gedichte.

Gemeinsam werden Schülerinnen und Schüler aus dem II. Liceum Ogólnokształcące im. Władysława Broniewskiego www.broniewski.edu.pl in Koszalin und aus dem Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg www.aeg-nb.de darüber nachdenken, was diese Zeugnisse erzählen über Diskriminierung und Verfolgung im okkupierten Polen und im KZ, über den Mut junger Polinnen im KZ und junger Polen im Kriegsgefangenenlager Neubrandenburg-Fünfeichen zum Widerstand, über ihr Ringen um Menschenwürde und über die besondere Rolle von Poesie und Kunst dabei. Sie werden auf historische Spurensuche „vor der Haustür“ gehen und sie werden kreative Formen des Erinnerns und der Sensibilisierung für Fragen der Menschenwürde und Menschenrechte erproben. Über die geschichtliche Auseinandersetzung hinaus geht es um Bezüge zu heutigen Formen von Diskriminierung, zur eigenen Lebenswelt, geht es um das eigene Bewusstsein für Werte. Und vielleicht entstehen dabei Ideen, wie die „Flaschenpost aus dem KZ“ heute junge Leute erreichen kann.

Die kreativen Workshops beruhen auf Ideen aus der Projektmappe „Ein Schmuggelfund aus dem KZ – Erinnerung, Kunst & Menschenwürde“ von Dr. Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch, die mit dem 21. Annalise-Wagner-Preis der Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg ausgezeichnet wurde. http://www.tonworte.de/projektmappe/aufbau/

Als Projektträger engagieren sich gemeinsam die öffentlichen Bibliotheken der Partnerstädte (Koszalinska Biblioteka Publiczna www.biblioteka.koszalin.pl und Regionalbibliothek Neubrandenburg www.bibliothek-nb.de ) im Rahmen ihrer Profilierung als außerschulische Lernorte  und im Sinne eines Brückenschlags zwischen historischer, menschenrechtlicher und kultureller Bildung.

Inge Gerlinghoff stellt die Publikation „Damit die Welt es erfährt“ vor

5. Oktober 2015, 18 Uhr, Regionalbibliothek :
Inge Gerlinghoff stellt die Publikation „Damit die Welt es erfährt“ vor

Herzlich lädt die Neubrandenburger Regionalbibliothek zur ersten Buchvorstellung in ihren neuen Räumen ein: Am 5. Oktober 2015 um 18 Uhr stellt Inge Gerlinghoff die Publikation „Damit die Welt es erfährt“ (Metropol Verlag 2015) vor. Es geht um einen spektakulären Fund im Wald bei Neubrandenburg-Fünfeichen, um eine außergewöhnliche Geschichte von Mut zum Widerstand aus dem Jahr 1943, um einen geheimen Briefwechsel zwischen Polinnen im KZ Ravensbrück und polnischen Kriegsgefangenen in Neubrandenburg-Fünfeichen.

1975-05-24_Ausgrabung_2_c_RegionalmuseumNB1975-05-24_Ausgrabung_2_c_RegionalmuseumNBGenau vor 40 Jahren wurde im Wald von Neubrandenburg-Fünfeichen ein Glasbehälter ausgegraben, der einen winzigen Adler als Miniaturschnitzerei, eine Zeichnung und 36 eng in polnischer Sprache beschriebene Blätter enthielt: Namenslisten zu Erschießungen und Zwangsoperationen im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, 14 Briefe und 37 Gedichte. „Damit die Welt es erfährt“ was im KZ geschah, schmuggelten polnische Mädchen und Frauen von März bis Oktober 1943 Nachrichten zu polnischen Kriegsgefangenen im Stalag II A Neubrandenburg-Fünfeichen. Die 23jährige Zofia Pocilowska schrieb in einem Brief vom 9. Oktober 1943: „Unabhängig davon, ob wir nun zurückkehren oder nicht, muss doch die Geschichte der Polinnen in Ravensbrück und überhaupt die Geschichte des ganzen Lagers möglichst genau und in vollem Umfang an das Tageslicht gelangen, wahrhaftig und unverfälscht.“ Eine Widerstandsgruppe polnischer Kriegsgefangener fand Wege, diese Zeugnisse von Neubrandenburg aus nach Polen, an die polnische Exilregierung oder an die BBC weiter zu geben. Als Verrat drohte, vergruben sie den letzten Kassiber im Wald. Mehr als 30 Jahre später erinnerte sich ein Überlebender an das Versteck, 1975 wurde der Kassiber gefunden und von der DDR-Regierung an das Zentralkomitee der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei übergeben. Die Dokumente werden im Staatlichen Museum Oświęcim / Auschwitz bewahrt, wurden 1980 in Polen veröffentlicht und erschienen im April 2015 erstmals komplett in deutscher Übersetzung (herausgegeben von Dr. Andrea Genest, Metropol Verlag, 2015, Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Band 14). Diese Zeugnisse gehören zu den seltenen Ravensbrück-Dokumenten, die nicht aus der Erinnerung heraus berichten, sondern im doppelten Sinne Zeitdokumente sind.

Inge Gerlinghoff hat mit ihrer Freundin Barbara Lubos-Kroll Briefe und Gedichte aus diesem Kassiber in die deutsche Sprache übersetzt. Beide wuchsen zweisprachig deutsch –polnisch auf, Inge Gerlinghoff war 30 Jahre Lehrerin für Deutsch und Russisch in Berlin (West) und engagiert sich ehrenamtlich im Maximilian-Kolbe-Werk für die Betreuung ehemaliger KZ-Häftlinge. Seit vielen Jahren ist sie mit „Ravensbrückerinnen“ aus verschiedenen Ländern befreundet, darunter mit der heute 95jährigen Künstlerin Zofia Pocilowska-Kann aus Warschau.
Deshalb freut sie sich sehr über den Anlass ihres Besuchs in Neubrandenburg: Sie ist nachmittags zu Gast bei jungen Leuten aus Neubrandenburg und Koszalin, die sich im polnisch-deutschen Jugendprojekt „Eine Flaschenpost aus dem KZ – und ich“ gemeinsam mit dem Kassiber von Neubrandenburg-Fünfeichen auseinandersetzen und kreative Wege des Erinnerns ausprobieren. Es ist Inge Gerlinghoff eine Herzenssache, die Briefe und Gedichte bekannt zu machen und von ihrer ganz persönlichen Begegnung mit diesen Dokumenten als Übersetzerin zu berichten. Und sie wird erzählen von ihrer Freundin Zofia, die als junges Mädchen unter Todesgefahr Briefe aus dem KZ Ravensbrück nach Neubrandenburg schmuggelte – „damit Welt es erfährt“.

Um 18 Uhr ist jeder Interessierte herzlich eingeladen, in der Regionalbibliothek mit Inge Gerlinghoff auf den Spuren des „Kassibers von Neubrandenburg-Fünfeichen“ auf Zeitreise zu gehen. Der Eintritt ist frei. Gern werden Plätze reserviert. Kontakt: Telefon 0395 / 5551333, 0395 5551324, stiftung.bibl@neubrandenburg.de, www.bibliothek-nb.

 

Ein Schmuggelfund aus dem KZ

Musikalische Lesung am 24. April 2015 um 19.30 Uhr in St. Johannis Neubrandenburg

Einen außergewöhnlichen Akzent im „Neubrandenburger 2015_PLAKAT_Lesung_SchmuggelfundBücherfrühling“ setzt die Lesung „Ein Schmuggelfund aus dem KZ“. Es geht um einen spektakulären Fund, der im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau in Oświęcim bewahrt wird – und der im Mai vor 40 Jahren im Wald bei Neubrandenburg-Fünfeichen ausgegraben wurde.

Entdeckt wurde ein Glas mit 14 Briefen, Namenslisten zu Erschießungen und Zwangsoperationen, kleinen Kunstwerken und 37 Gedichten in polnischer Sprache. Sie erzählen eine berührende Geschichte: Junge Polinnen schmuggelten 1942/43 geheime Botschaften aus dem KZ Ravensbrück zu einer Widerstandsgruppe polnischer Kriegsgefangener im Kriegsgefangenenlager Stalag II A Neubrandenburg-Fünfeichen. Unter Todesgefahr wollten sie bezeugen, was im KZ geschah – „damit die Welt es erfährt“. Briefe und Gedichte zeugen von Verzweiflung und Überlebenswillen, von gegenseitiger Hilfe und Sorge, von Todesangst und von Mut zum Widerstand, insbesondere aber von der Kraft, die den vom Tod bedrohten Frauen Poesie und Kunst sowie ihr eigenes Ringen um Menschlichkeit und Menschenwürde gaben.

Die Kriegsgefangenen fanden Wege, diese Zeugnisse von Neubrandenburg aus nach Polen, an die polnische Exilregierung oder an die BBC weiter zu geben. Als 1943 Verrat drohte, vergruben sie den letzten Kassiber im Wald. Mehr als 30 Jahre später erinnerte sich ein Überlebender an das Versteck, 1975 wurde der „Schmuggelfund“ geborgen und von der DDR-Regierung an Polen übergeben.

70 Jahre nach der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der NS-Diktatur erinnert die gemeinsame Veranstaltung von Neubrandenburger Regionalbibliothek, Gemeinde St. Johannis und Annalise-Wagner-Stiftung an das Vermächtnis des „Schmuggelfundes“. Poetische Zeugnisse treten in Dialog zu Flamenco-Gitarre und Orgel-Improvisationen, die Erniedrigung und Selbstbehauptung, Leid und Lebensmut, Trauer und Hoffnung musikalisch nahebringen. Vor allem aber treten sie in Dialog – zu uns.

Sie werden vorgestellt von Dr. Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch, den Autoren der Publikation „Ein Schmuggelfund aus dem KZ : Erinnerung, Kunst und Menschenwürde“, ausgezeichnet mit dem 21. Annalise-Wagner-Preis. Von dieser Projektmappe zu kreativen, individuellen Erinnerungsformen ermutigt, nähern sich Schüler aus dem Theaterkurs des Sportgymnasiums / Musisches Haus (Leitung: Marlen Fuhrmann) dem Thema pantomimisch. Musikalische Akzente setzen Gitarrist Jacob Pampuch und Kantor Tobias Frank. Nach der Veranstaltung lädt die Gemeinde St. Johannis herzlich dazu ein, den Abend bei Gesprächen und Gedankenaustausch ausklingen zu lassen. Der Eintritt ist frei.

Mehr Informationen: www.schmuggelfund.de, www.musik-an-sankt-johannis.de