Schlagwort-Archive: Zeitlupe

An der Bibo-Fensterfront: ein Nachdenk-Angebot im Vorübergehen …

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus möchte die Neubrandenburger Regionalbibliothek  gemeinsam mit dem Projekt zeitlupe : Stadt, Geschichte und Erinnerung der RAA Mecklenburg-Vorpommern mit einer besonderen Aktion „Flagge zeigen“: Im März und April 2021 machen in der Fensterfront großformatige Plakate der Bundeszentrale für politische Bildung  aufmerksam auf Anregungen zur Auseinandersetzung mit Rassismus, Verschwörungstheorien, Antisemitismus, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit oder Homophobie im Alltag.

Ein „pandemiegerechtes“ und hochaktuelles „Nachdenk-Angebot im Vorübergehen“!

Ansicht der Ausstellung vom Fenster aus

Ergänzend gibt es in der Bibliothek zu diesen Themen natürlich ein buntes Spektrum von inhaltlichen Facetten zu entdecken in Kinder- und Jugendliteratur, in Sachbüchern und Romanen, in Zeitungen und Zeitschriften, in Filmen und Hörbüchern sowie in den digitalen Online-Angeboten „filmfriends“ und „Onleihe Mecklenburg-Vorpommern“.  Die Annalise-Wagner-Stiftung macht außerdem auf Preisträgertexte des Annalise-Wagner-Preises aufmerksam, in denen Denkanstöße zu solchen Themen verbunden sind mit regionalgeschichtlichen Bezügen.

 

 

 

 

Plakat- Ausstellung „Umbruch Ost : Lebenswelten im Wandel“ … eine „Rund-und-um-die Uhr-Ausstellung“ in den Fenstern der Regionalbibliothek

13. März 19 Uhr Regionalbibliothek: Flaschenpostgeschichten & Buntland: Oliver Lück erzählt Geschichten über Menschen, die Geschichten zu erzählen haben

Das Projekt Zeitlupe der RAA MV und die Regionalbibliothek laden herzlich ein zur nächsten Veranstaltung in der Reihe „zeitlupe: Zeit & Geschichte(n)“.

Am 13. März um 19 „Uhr ist in der Regional-bibliothek Journalist, Autor und Fotograf
Oliver Lück  zu Gast
mit wahren
Flaschenpostgeschichten, druckfrischen Reportagen aus „Buntland“
und eindrucksvollen Fotos.

„Lakonisch und poetisch zugleich“ (Süddeutsche Zeitung) erzählt er
mit Texten und Bildern „Geschichten über Menschen,
die Geschichte(n)
zu erzählen haben“.

 

 

 

In seinen „Flaschenpostgeschichten“ begegnet Oliver Lück unter anderem einem schwedischen Fischer, der auf einer entlegenen Insel lebt und dort mehr als 100 Flaschen mit Post entdeckt hat. Auf Rügen besucht er einen Mann, der fast jedes Wochenende Flaschenpost verschickt und schon 30 Antworten aus sieben Ländern bekommen hat. Und auf Bornholm zeigt ihm ein alter Leuchtturmwärter 200 Briefe, die er seit 1971 am Strand gesammelt hat – die meisten aus DDR-Zeiten. Man taucht ein in ein Meer voller Lebens- und Zeit-Geschichten, geht auf Zeitreisen und erfährt, wie die Ostsee auf ganz ungewöhnliche Weise Menschen verbindet.

In „Buntland“ gibt es ein Land zu entdecken, „das jeder kennt und das doch fast jedem unbekannt ist“ (O. Lück) : Oliver Lück portraitiert 16 Menschen aus 16 deutschen Bundesländern, die unkonventionell leben und optimistisch denken. Spannend und warmherzig erzählt er überraschende Lebensgeschichten: Ein Obdachloser aus Wuppertal fährt mit seinem Fahrrad quer durch Europa und lebt davon, dass er Kuscheltiere tauscht. Eine ehemalige Lehrerin aus Sachsen-Anhalt lernte spät Englisch, schreibt heute Romane und hat tausende Fans weltweit. Eine Schweriner Putzfrau erfindet einen Ökoreiniger und besitzt ein Patent.  Diese „Reise von Mensch zu Mensch“ erzählt berührende deutsche Zeitgeschichte(n).

Für die Autorenlesung von Oliver Lück gibt es Karten (6 Euro, ermäßigt 3 Euro) in der Regionalbibliothek, Kartenreservierung ist gern möglich per Telefon 0395 / 5551324 oder  eMail auskunft.bibl@neubrandenburg.de.

Mehr Informationen: www.lueckundlocke.de , www.zeitlupe-nb.de, www.bibliothek-nb.de

Annette Leo stellt vor: „Das Kind auf der Liste“

Berührend, tragisch, unvergesslich: Die Geschichte von Willy Blum und seiner Familie.

© Aufbau Verlag

Dr. Annette Leo stellt am 14.11.2018 um 18 Uhr in der Regionalbibliothek (Studienraum Eingang Darrenstraße) ihre historische Spurensuche „Das Kind auf der Liste“ vor. Als Gast dabei ist Puppenspieler Peter Waschinsky. Das Neubrandenburger Projekt „zeitlupe : Stadt.Geschichte & Erinnerung“ (RAA Mecklenburg-Vorpommern) und Regionalbibliothek laden herzlich ein!

Willy Blum war sechzehn Jahre alt, als er ermordet wurde. 200 Namen von Kindern und Jugendlichen standen im Herbst 1944 auf der Liste für den Transport vom KZ Buchenwald nach Auschwitz-Birkenau. Der Name Willy Blum stand neben dem durchgestrichenen Namen Jerzy Zweigs, der als „Buchenwaldkind“ im Roman „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz weltberühmt wurde.

Über Willy Blum und seine Familie wusste man bislang nichts. Annette Leo erinnert an den Jungen, an seine Eltern und seine neun Geschwister. Sie gehörten zu den Sinti-Familien, die seit Generationen mit Wandermarionettentheatern durch Deutschland zogen. Ihre Familiengeschichten erzählen von dieser schon fast vergessenen Kultur-Tradition – und von Vorurteilen, Diskriminierung, Ausgrenzung sowie vom mörderischen Rassismus des Nationalsozialismus. Und sie erzählen auch vom Verschweigen einer Opfergruppe in der Nachkriegszeit: die der Sinti und Roma.

© privat

Historikerin und Publizistin Dr. Annette Leo gibt mit ihren Forschungen und Publikationen wichtige Denkanstöße zur demokratischen Erinnerungskultur und regte mit ihrer Erwin-Strittmatter-Biografie eine breite Diskussion an. Ihre Spurensuche „Der Fürstenberger Alltag und das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück“ wurde mit dem Annalise-Wagner-Preis ausgezeichnet.

Puppenspieler Peter Waschinsky wird Elemente des traditionellen Wandermarionettentheaters demonstrieren und eine Szene aus Willy Blums Leben spielen. Als Mitbegründer des Neubrandenburger Puppentheaters inspirierte er in den 1980er Jahren die Erneuerung des DDR-Puppentheaters und ist heute „einer der markantesten Vertreter des zeitgenössischen Puppenspiels“ (fidena.de).

Das Autorengespräch moderiert Dr. Constanze Jaiser, Leiterin des RAA-Projekts zeitlupe : Stadt.Geschichte & Erinnerung“.

Die Veranstaltung findet im Studienraum/Stadtarchiv (Eingang Darrenstraße) statt. Eintrittskarten gibt es in der Regionalbibliothek (5,00 Euro/ermäßigt 3,00 Euro), Reservierung ist gern möglich unter 0395  555-1324 oder stiftung.bibl@neubrandenburg.de)

Nachlese: Kunst für das Recht auf Meinungsfreiheit : Graffiti-Workshop in Neubrandenburg

Hier gibt es einen interessanten Nordkurier-Beitrag über das Jugend-Kunst-Projekt am Tag der Menschenrechte (PDF).

Hier finden Sie Fotos und einen spannenden Bericht von Dr. Constanze Jaiser, Leiterin des Projektes Zeitlupe : Stadt. Geschichte und Erinnerung (PDF)